Die häufigste Erwartung an eine Bewässerungsanlage ist, dass sie Wasser spart. Das tut sie nur im Vergleich zum Gartenschlauch, nicht im Vergleich zum Nichtgießen. Was sie tatsächlich leistet: Sie gießt zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und auch dann, wenn niemand da ist. Daran entscheidet sich, ob sie sich lohnt.
Wann sie sich rechnet
- Rasenflächen ab etwa 150 bis 200 m². Von Hand ist das nicht mehr sinnvoll zu bewässern — schon gar nicht in der Menge, die ein Rasen braucht (als Faustregel 15 bis 20 Liter je m² pro Gang, ein- bis zweimal die Woche, statt täglich wenig).
- Neupflanzungen und Rollrasen. Die ersten Wochen entscheiden über das Anwachsen, und sie verzeihen keinen versäumten Tag.
- Längere Abwesenheiten im Sommer. Der Klassiker, und der Grund, aus dem die meisten Anlagen gebaut werden.
- Objekte und Anlagen ohne Hausmeister vor Ort.
Nicht lohnen wird sie sich bei kleinen, gemischten Pflanzflächen mit sehr unterschiedlichem Wasserbedarf, bei trockenheitsverträglichen Pflanzungen und überall dort, wo die Alternative eine standortgerechte Bepflanzung wäre. Wer Wasser sparen will, ändert die Pflanzenauswahl — darum geht es unter Garten trockenheitsfest umbauen.
Welcher Aufbau wohin gehört
Versenkregner für Rasen: Sie beregnen flächig und verschwinden zwischen den Gängen im Boden. Entscheidend ist die Überlappung — jeder Regner muss den nächsten erreichen, sonst entstehen trockene Sicheln. Tropfschläuche für Beete, Hecken und Gehölze: Sie geben das Wasser direkt an der Wurzel ab, verdunsten kaum und halten das Laub trocken, was Pilzbefall reduziert. Beides in einem Kreis zu mischen, funktioniert nicht — die Wassermengen sind zu verschieden.
Gesteuert wird nach Zeit, besser nach Sensor. Ein Bodenfeuchtesensor oder zumindest ein Regensensor verhindert den häufigsten Anblick überhaupt: eine Anlage, die im Regen beregnet.
Was ins Angebot gehört
Die Auslegung beginnt bei der verfügbaren Wassermenge — Durchfluss und Druck am Anschluss. Ohne diese Messung ist jede Kreisaufteilung geraten. Weiter gehören hinein: Anzahl und Zuordnung der Kreise, Verlegetiefe, Steuerung, Magnetventile mit Ventilbox, ein Systemtrenner zum Schutz des Trinkwassernetzes (das ist keine Option, sondern Pflicht nach DIN EN 1717) und die Entleerung im Herbst.
Die Winterentleerung wird regelmäßig vergessen und ist der häufigste Frostschaden: Leitungen ausblasen, Ventile entwässern, Steuerung abschalten. Das gehört als jährliche Position in den Wartungsvertrag, nicht in den guten Willen.
Bewässerungsanlagen liegen bei uns bei 9 bis 22 € je m² zu bewässernder Fläche plus 700 bis 1.600 € Grundbetrag. Die Spanne hängt an der Anzahl der Kreise, der Erreichbarkeit für die Grabung und daran, ob in einer bestehenden Anlage oder im Zuge einer Neuanlage verlegt wird — nachträglich ist es deutlich teurer.
