Winterschutz wird oft als Schutz gegen Kälte verstanden. Bei winterharten Pflanzen ist das der falsche Ansatz: Sie halten die Temperaturen aus. Was ihnen zusetzt, ist Frosttrocknis — die Pflanze verdunstet über Blätter und Nadeln Wasser, kann aber aus gefrorenem Boden keines nachziehen. Und bei Kübeln kommt hinzu, dass der Ballen von allen Seiten durchfriert, was er im Boden nie täte.
Die Fälle, in denen Schutz wirklich nötig ist
- Immergrüne an Wintersonne. Kirschlorbeer, Rhododendron, Buchs, Eibe und Koniferen an Süd- und Ostlagen. Die Sonne heizt die Blätter auf, die Verdunstung läuft, der Boden ist gefroren. Schutz heißt hier: Schattieren, nicht Einpacken.
- Kübelpflanzen jeder Art. Auch winterharte. Der Ballen ist das Problem, nicht die Krone.
- Frisch Gepflanztes im ersten Winter. Das Wurzelwerk reicht noch nicht in frostfreie Tiefe.
- Grenzwinterharte Arten — Feige, Olive, mediterrane Kräuter, viele Ziergräser mit weichen Halmen.
Kübel richtig überwintern
Der wichtigste Handgriff ist, den Topf vom Boden zu heben: auf Füße oder eine Holzunterlage, damit Kälte nicht von unten einzieht und Wasser abläuft. Dann den Topf einpacken — Vlies, Jute, Noppenfolie um das Gefäß, nicht um die Pflanze. Ein Platz an der Hauswand nach Norden oder Osten ist besser als der sonnige Südbalkon, weil die Temperatur dort gleichmäßiger bleibt.
Und: weiter gießen. Das ist der am häufigsten übersehene Punkt. An frostfreien Tagen braucht ein immergrüner Kübel Wasser, auch im Januar. Die meisten Kübelpflanzen, die den Winter nicht überstehen, sind vertrocknet, nicht erfroren.
Was im Beet zu tun ist
Eine Mulchschicht aus Laub, Reisig oder Rindenmaterial über dem Wurzelbereich hält die Bodentemperatur gleichmäßig und verhindert das Aufbrechen des Bodens bei Frost-Tau-Wechseln. Bei Rosen wird die Veredelungsstelle angehäufelt. Stammschutz an jungen Obstbäumen — heller Anstrich oder Manschette — verhindert Frostrisse, die durch Sonneneinstrahlung auf der Südseite entstehen.
Stauden dagegen brauchen in aller Regel keinen Schutz, und das Abräumen im Herbst schadet mehr, als es nützt: Trockene Stängel und Samenstände sind Winterquartier für Insekten und Nahrung für Vögel, und sie schützen die Pflanze selbst. Der Rückschnitt gehört ins Frühjahr.
Was man sich sparen kann
Luftdichte Folie um die Pflanze. Darunter entsteht an sonnigen Tagen Wärmestau und Kondenswasser, und was dann fault, hätte den Frost überstanden. Verwendet wird atmungsaktives Material — Vlies, Jute, Schilfmatten. Ebenso unnötig ist das Einpacken heimischer, ausgewachsener Gehölze im Boden: Sie sind an das Klima angepasst.
Wird die Anlage betreut, gehört der Winterschutz als eigene Position ins Leistungsverzeichnis, samt Abbau im Frühjahr — liegen gelassenes Vlies im April ist ein verbreiteter Schaden. Gartenpflege liegt bei uns bei 0,90 bis 2,20 € je m² plus 240 bis 600 €, Objektpflege bei 0,80 bis 2,40 € je m². Was ein Pflegevertrag sonst abdecken sollte, steht unter Gartenpflege im Abo.
