Eine Rasenfläche, die im Schatten dauerhaft lückig bleibt oder im August jedes Jahr braun wird, ist kein Pflegeproblem. Rasen braucht Licht, Wasser und einen durchlässigen Untergrund; fehlt eines davon dauerhaft, verliert man den Kampf jährlich neu. Der Ausweg ist, den Anspruch an die Fläche zu ändern — nicht die Pflegefrequenz zu erhöhen.
Wie viel Belastung muss die Fläche aushalten?
Das ist die entscheidende Vorfrage, und sie wird selten ehrlich beantwortet. Drei Stufen helfen weiter: gelegentlich betreten (ein paar Mal im Monat), regelmäßig begangen (täglicher Weg zur Mülltonne), bespielt (Kinder, Hund, Gartenmöbel). Für die dritte Stufe gibt es außer einem strapazierfähigen Rasen und befestigten Flächen wenig Alternativen — das sollte man wissen, bevor man pflanzt.
Fünf Alternativen
- Kräuterrasen oder Blumenrasen. Eine Mischung aus Gräsern mit niedrigen Kräutern wie Gundermann, Weißklee, Gänseblümchen und Schafgarbe. Sieht aus wie Rasen, wird gemäht wie Rasen, ist aber deutlich trockenheitsverträglicher und braucht kaum Dünger. Trittfest genug für die zweite Stufe.
- Teppich-Thymian und Fiederpolster. Für sonnige, trockene, wenig begangene Flächen. Beide vertragen gelegentliche Tritte; Thymian braucht durchlässigen, mageren Boden und quittiert Staunässe sofort.
- Waldsteinie, Ysander, Efeu im Schatten. Nicht trittfest, aber genau dort einsetzbar, wo Rasen wegen Licht und Wurzeldruck ohnehin nie funktioniert — unter Bäumen und an Nordseiten.
- Schotter- und Kiesflächen mit Trockenstauden. Nicht zu verwechseln mit dem reinen Schottergarten, der in mehreren Bundesländern inzwischen unzulässig ist: Gemeint ist eine bepflanzte Fläche mit mineralischem Mulch. Sehr pflegearm, sehr trockenheitsfest, begehbar über Trittplatten.
- Trittplatten im Bewuchs. Die ehrlichste Lösung für Wege quer über eine Fläche: Der Weg wird befestigt, der Rest bepflanzt. Löst das Problem an der Stelle, an der es entsteht.
Der Untergrund entscheidet mit
Fast alle Alternativen scheitern an denselben zwei Dingen wie der Rasen: Verdichtung und Staunässe. Bevor umgestellt wird, gehört der Boden geprüft — die Proben stehen unter verdichteter Gartenboden. Für trockenheitsliebende Arten ist außerdem ein magerer, durchlässiger Aufbau nötig; auf fettem Gartenboden wachsen sie sich zu Tode.
Rechtliches beim Umbau
Wer eine Rasenfläche in eine befestigte Fläche umwandelt, ändert den Versiegelungsgrad. Das kann die Niederschlagswassergebühr erhöhen und in manchen Kommunen genehmigungspflichtig sein. Bei größeren Flächen lohnt der Anruf bei der Gemeinde vorab. Umgekehrt fördern einige Kommunen Entsiegelung.
Gartengestaltung liegt bei uns bei 55 bis 160 € je m² plus 600 bis 1.800 €, Pflasterarbeiten bei 70 bis 190 € je m² plus 400 bis 1.200 €. Eine Umstellung auf Kräuterrasen ist die günstigste Variante — sie ist im Kern eine Neuansaat mit anderer Mischung.
