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Grünflächen24

Ratgeber · 6 Min.

Wurzelstock entfernen — Stubbenfräsen oder Roden

Nach der Fällung steht der Stumpf noch da. Fräsen ist schnell und schonend, Roden ist gründlich und teuer — und was richtig ist, hängt allein davon ab, was später auf der Fläche passieren soll.
Ein verwilderter Garten wird geräumt: Ein Arbeiter lädt Schnittgut auf einen Anhänger, links steht noch der alte Bewuchs, rechts ist die Fläche frei.
Symbolbild, kein Referenzobjekt.
Beitrag

Eine Fällung endet in der Regel am Stammfuß. Was danach noch im Boden steckt, ist ein eigener Auftrag — und einer, bei dem zwei Verfahren zur Wahl stehen, die unterschiedlich viel kosten und unterschiedlich viel hinterlassen.

Stubbenfräsen

Eine Fräse trägt den Stock in Spänen ab, üblicherweise 20 bis 40 cm unter Geländeoberkante. Die starken Seitenwurzeln bleiben im Boden und verrotten dort über Jahre. Das Verfahren ist schnell, kommt mit schmalen Zufahrten aus und hinterlässt keine Krater — der Arbeitsraum ist kaum größer als der Stock selbst.

Es hat zwei Einschränkungen. Erstens bleibt ein Span-Erde-Gemisch zurück, das stark stickstoffzehrend ist: Wer direkt in die Späne pflanzt, bekommt kümmernde Pflanzen. Die Späne gehören heraus und werden durch Mutterboden ersetzt. Zweitens bleiben die Wurzeln. Für Rasen, Beet und die meisten Pflanzungen ist das unerheblich. Für eine Pflasterfläche, ein Fundament oder eine Leitung ist es das nicht.

Roden

Beim Roden wird der gesamte Wurzelstock mit den Hauptwurzeln herausgezogen oder ausgebaggert. Das Ergebnis ist ein wurzelfreier Untergrund — und ein Loch, das verfüllt und verdichtet werden muss. Gebraucht wird ein Bagger und entsprechende Zufahrt; auf kleinen, eingebauten Grundstücken ist das oft der begrenzende Faktor.

Roden ist die richtige Wahl, wenn auf der Fläche gebaut wird, wenn Ausschlag zu erwarten ist (Robinie, Pappel, Essigbaum und Kirschlorbeer treiben aus verbliebenen Wurzeln wieder aus) oder wenn eine Pilzerkrankung im Wurzelholz sitzt, die man nicht im Boden lassen will.

Die Entscheidung in einem Satz

Kommt Rasen, Beet oder Pflanzung auf die Stelle: fräsen. Kommt Pflaster, Terrasse, Fundament oder Leitung darauf: roden. Steht ein ausschlagfreudiger Baum zur Debatte: roden, sonst gärtnerst du die nächsten Jahre gegen Wurzelbrut.

Was den Preis treibt

  • Zufahrt. Der häufigste Kostentreiber überhaupt. Passt die Maschine durch das Gartentor oder muss sie über das Nachbargrundstück, mit Kran oder von Hand?
  • Leitungen. Vor dem Roden muss der Verlauf von Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation bekannt sein. Eine Leitungsauskunft dauert Tage, ein durchtrennter Hausanschluss kostet ein Vielfaches des Auftrags.
  • Entsorgung. Wurzelstöcke mit anhaftender Erde sind teurer zu entsorgen als sauberer Grünschnitt, weil sie als gemischter Abfall gelten.
  • Verfüllung. Beim Roden gehört Füllboden ins Angebot, sonst sackt die Stelle über Monate nach.

Unsere Spanne für die Gartenräumung liegt bei 7 bis 22 € je m² plus 250 bis 700 € An- und Abfahrt, eine Fällung bei 180 bis 420 € je Baum plus 90 bis 180 €. Der Stock wird fast immer separat ausgewiesen — steht er nicht im Angebot, ist er nicht enthalten. Wie der ganze Ablauf in den Jahresplan passt, steht unter Gartenräumung im Winter.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie tief wird ein Stubben gefräst?

Üblich sind 20 bis 40 cm unter Geländeoberkante. Für Rasen und Beete reicht das. Soll auf der Fläche gepflastert oder gebaut werden, ist Fräsen die falsche Methode — dann muss gerodet werden.

Kann ich direkt in die Frässpäne pflanzen?

Nein. Das Span-Erde-Gemisch zehrt beim Verrotten Stickstoff und lässt Pflanzen kümmern. Die Späne gehören heraus, die Stelle wird mit Mutterboden verfüllt.

Treibt ein gefräster Stock wieder aus?

Bei den meisten Arten nicht. Robinie, Pappel, Essigbaum und Kirschlorbeer treiben allerdings aus verbliebenen Wurzeln wieder aus — bei ihnen ist Roden die dauerhafte Lösung.

Zum Nachlesen

Vom Wissen zum Angebot

Dieser Beitrag gehört zu Räumung, Baumfällung, Gartengestaltung. Wenn du nach dem Lesen weißt, was zu tun ist, aber nicht, was es kostet: Für jedes Gewerk gibt es einen Kostenrechner, der aus Menge und Erschwernissen eine Spanne ableitet. Sie ist eine Orientierung, kein Angebot — dafür braucht es jemanden, der die Fläche gesehen hat.

Eine Anfrage geht an höchstens drei Fachbetriebe, die das Gewerk anbieten und dein Gebiet tatsächlich bedienen. Deine Kontaktdaten sieht ein Betrieb erst, wenn er die Anfrage angenommen hat. Wir sind nicht Vertragspartner der Leistung und nehmen keine Provision auf deinen Auftrag.

Selbst machen oder machen lassen?

Die Grenze verläuft nicht am Können, sondern am Risiko. Hecke schneiden, Beete pflegen, Rasen mähen — das ist Arbeit, die man sich zutrauen kann und bei der ein Fehler nachwächst. Alles, wobei etwas Schweres fällt oder trägt, ist eine andere Kategorie: Arbeiten in der Baumkrone, Fällungen in der Nähe von Gebäuden, Unterbau für befahrbare Flächen, Grabungen an Leitungen.

Dort ist der Fachbetrieb nicht nur schneller, sondern versichert. Wenn beim Fällen etwas auf ein Dach fällt, entscheidet die Betriebshaftpflicht darüber, wer den Schaden trägt. Bei Eigenleistung trägt ihn die eigene Privathaftpflicht — sofern sie das überhaupt abdeckt, was bei genau diesen Arbeiten häufig nicht der Fall ist.

Die ehrliche Rechnung sieht deshalb anders aus als der Vergleich von Stundensatz und Baumarktmiete. Sie enthält den Fall, in dem etwas schiefgeht.