„Gartenpflege nach Aufwand“ ist das verbreitetste Modell und das, mit dem beide Seiten am unzufriedensten sind: Der Kunde weiß nicht, was kommt, der Betrieb nicht, was erwartet wird. Ein Pflegevertrag löst das — aber nur, wenn er die Arbeiten benennt, nicht die Stunden.
Der Jahreszyklus
- Februar bis März: Rückschnitt der Stauden und Gräser, Rückschnitt der Sommerblüher, Mähen der Ziergräser, erste Düngung, Kontrolle der Gehölze.
- April bis Juni: Mähbeginn, Jätgänge, Formschnitt der Hecken nach dem ersten Austrieb, Bewässerung in Betrieb nehmen.
- Juli bis August: Mähen, Wässern, zweiter Heckenschnitt, Rückschnitt verblühter Stauden.
- September bis Oktober: Herbstdüngung, Rasenpflege, Pflanzarbeiten, Laub.
- November bis Januar: Laub, Gehölzrückschnitt in der Ruhezeit, Winterschutz, Bewässerung entleeren, Baumkontrolle im unbelaubten Zustand.
Ein Vertrag, der nur „Mähen und Heckenschnitt“ enthält, deckt etwa die Hälfte davon ab. Der Rest kommt dann als Einzelauftrag — und genau das war nicht der Zweck.
Die Positionen, die regelmäßig fehlen
Fünf Posten werden in Angeboten am häufigsten weggelassen und später nachverhandelt: Entsorgung des anfallenden Materials, Laub im Herbst (der größte Einzelposten des Jahres), Bewässerung inklusive Inbetriebnahme und Winterentleerung, Winterschutz samt Abbau im Frühjahr und die Baumkontrolle. Frag bei jedem Angebot diese fünf gezielt ab; die Antworten erklären regelmäßig den ganzen Preisunterschied.
Wie der Rhythmus definiert wird
Besser als eine Anzahl von Terminen ist eine Regel plus Mindestanzahl: „Mähen bei Erreichen von 8 cm Aufwuchs, Schnitthöhe 4,5 cm, mindestens 14 Durchgänge“ ist kalkulierbar und überprüfbar. Reine Terminlisten führen dazu, dass im nassen Mai zu selten und im trockenen August umsonst gemäht wird.
Für Hecken gehört die Zielgeometrie in den Vertrag — Höhe und Breite in Zentimetern, nicht „in Form halten“. Und der Hinweis, dass Rückschnitte über den Zuwachs hinaus nur zwischen Oktober und Februar zulässig sind; die Details stehen unter Gehölzschnitt in der Ruhezeit.
Preis und Laufzeit
Gartenpflege liegt bei uns bei 0,90 bis 2,20 € je m² Gartenfläche plus 240 bis 600 € An- und Abfahrt, Objektpflege bei 0,80 bis 2,40 € je m² plus 600 bis 2.000 €. Üblich sind Jahresverträge mit monatlich gleichbleibender Rate — das glättet die Saison und gibt dem Betrieb Planbarkeit, was sich meist im Preis niederschlägt.
Eine Laufzeit von einem Jahr mit dreimonatiger Kündigungsfrist ist ein fairer Rahmen. Deutlich kürzere Bindungen wirken flexibel, führen aber dazu, dass niemand in den langfristigen Zustand der Anlage investiert. Für größere Objekte gehört statt eines Angebots ein Leistungsverzeichnis her — das Vorgehen steht unter Grünpflege ausschreiben.
