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Grünflächen24

Ratgeber · 6 Min.

Gartenpflege im Abo — was ein Pflegevertrag abdecken sollte

Ein Pflegevertrag ist nur so gut wie seine Leistungsliste. Welche Arbeiten in welchem Rhythmus hineingehören, was üblicherweise fehlt und woran man erkennt, ob ein Angebot vergleichbar ist.
Gärtner harkt Laub und Schnittgut in einen Gartenwagen, im Hintergrund gepflegte Staudenbeete und gemähter Rasen.
Symbolbild, kein Referenzobjekt.
Beitrag

„Gartenpflege nach Aufwand“ ist das verbreitetste Modell und das, mit dem beide Seiten am unzufriedensten sind: Der Kunde weiß nicht, was kommt, der Betrieb nicht, was erwartet wird. Ein Pflegevertrag löst das — aber nur, wenn er die Arbeiten benennt, nicht die Stunden.

Der Jahreszyklus

  • Februar bis März: Rückschnitt der Stauden und Gräser, Rückschnitt der Sommerblüher, Mähen der Ziergräser, erste Düngung, Kontrolle der Gehölze.
  • April bis Juni: Mähbeginn, Jätgänge, Formschnitt der Hecken nach dem ersten Austrieb, Bewässerung in Betrieb nehmen.
  • Juli bis August: Mähen, Wässern, zweiter Heckenschnitt, Rückschnitt verblühter Stauden.
  • September bis Oktober: Herbstdüngung, Rasenpflege, Pflanzarbeiten, Laub.
  • November bis Januar: Laub, Gehölzrückschnitt in der Ruhezeit, Winterschutz, Bewässerung entleeren, Baumkontrolle im unbelaubten Zustand.

Ein Vertrag, der nur „Mähen und Heckenschnitt“ enthält, deckt etwa die Hälfte davon ab. Der Rest kommt dann als Einzelauftrag — und genau das war nicht der Zweck.

Die Positionen, die regelmäßig fehlen

Fünf Posten werden in Angeboten am häufigsten weggelassen und später nachverhandelt: Entsorgung des anfallenden Materials, Laub im Herbst (der größte Einzelposten des Jahres), Bewässerung inklusive Inbetriebnahme und Winterentleerung, Winterschutz samt Abbau im Frühjahr und die Baumkontrolle. Frag bei jedem Angebot diese fünf gezielt ab; die Antworten erklären regelmäßig den ganzen Preisunterschied.

Wie der Rhythmus definiert wird

Besser als eine Anzahl von Terminen ist eine Regel plus Mindestanzahl: „Mähen bei Erreichen von 8 cm Aufwuchs, Schnitthöhe 4,5 cm, mindestens 14 Durchgänge“ ist kalkulierbar und überprüfbar. Reine Terminlisten führen dazu, dass im nassen Mai zu selten und im trockenen August umsonst gemäht wird.

Für Hecken gehört die Zielgeometrie in den Vertrag — Höhe und Breite in Zentimetern, nicht „in Form halten“. Und der Hinweis, dass Rückschnitte über den Zuwachs hinaus nur zwischen Oktober und Februar zulässig sind; die Details stehen unter Gehölzschnitt in der Ruhezeit.

Preis und Laufzeit

Gartenpflege liegt bei uns bei 0,90 bis 2,20 € je m² Gartenfläche plus 240 bis 600 € An- und Abfahrt, Objektpflege bei 0,80 bis 2,40 € je m² plus 600 bis 2.000 €. Üblich sind Jahresverträge mit monatlich gleichbleibender Rate — das glättet die Saison und gibt dem Betrieb Planbarkeit, was sich meist im Preis niederschlägt.

Eine Laufzeit von einem Jahr mit dreimonatiger Kündigungsfrist ist ein fairer Rahmen. Deutlich kürzere Bindungen wirken flexibel, führen aber dazu, dass niemand in den langfristigen Zustand der Anlage investiert. Für größere Objekte gehört statt eines Angebots ein Leistungsverzeichnis her — das Vorgehen steht unter Grünpflege ausschreiben.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was sollte ein Gartenpflegevertrag mindestens enthalten?

Die Flächen mit Größe, die Arbeiten je Jahreszeit, den Mährhythmus als Regel mit Mindestanzahl, die Zielgeometrie der Hecken, die Entsorgung, die Laubbeseitigung und die Regelung für Bewässerung und Winterschutz.

Warum unterscheiden sich Angebote für Gartenpflege so stark?

Meist wegen fünf Positionen, die einmal enthalten sind und einmal nicht: Entsorgung, Laub, Bewässerung, Winterschutz und Baumkontrolle. Wer sie gezielt abfragt, macht Angebote in einem Schritt vergleichbar.

Monatliche Rate oder Abrechnung nach Aufwand?

Für laufende Pflege ist die gleichbleibende Jahresrate meist günstiger, weil der Betrieb planen kann. Abrechnung nach Aufwand passt für einmalige Arbeiten und für Anlagen, deren Pflegebedarf stark schwankt.

Zum Nachlesen

Vom Wissen zum Angebot

Dieser Beitrag gehört zu Gartenpflege, Objektpflege, Bewässerung. Wenn du nach dem Lesen weißt, was zu tun ist, aber nicht, was es kostet: Für jedes Gewerk gibt es einen Kostenrechner, der aus Menge und Erschwernissen eine Spanne ableitet. Sie ist eine Orientierung, kein Angebot — dafür braucht es jemanden, der die Fläche gesehen hat.

Eine Anfrage geht an höchstens drei Fachbetriebe, die das Gewerk anbieten und dein Gebiet tatsächlich bedienen. Deine Kontaktdaten sieht ein Betrieb erst, wenn er die Anfrage angenommen hat. Wir sind nicht Vertragspartner der Leistung und nehmen keine Provision auf deinen Auftrag.

Selbst machen oder machen lassen?

Die Grenze verläuft nicht am Können, sondern am Risiko. Hecke schneiden, Beete pflegen, Rasen mähen — das ist Arbeit, die man sich zutrauen kann und bei der ein Fehler nachwächst. Alles, wobei etwas Schweres fällt oder trägt, ist eine andere Kategorie: Arbeiten in der Baumkrone, Fällungen in der Nähe von Gebäuden, Unterbau für befahrbare Flächen, Grabungen an Leitungen.

Dort ist der Fachbetrieb nicht nur schneller, sondern versichert. Wenn beim Fällen etwas auf ein Dach fällt, entscheidet die Betriebshaftpflicht darüber, wer den Schaden trägt. Bei Eigenleistung trägt ihn die eigene Privathaftpflicht — sofern sie das überhaupt abdeckt, was bei genau diesen Arbeiten häufig nicht der Fall ist.

Die ehrliche Rechnung sieht deshalb anders aus als der Vergleich von Stundensatz und Baumarktmiete. Sie enthält den Fall, in dem etwas schiefgeht.