Der häufigste Fehler bei der Vergabe von Grünpflege ist nicht der falsche Betrieb, sondern die falsche Ausschreibung. Drei Angebote auf ein unscharfes Leistungsverzeichnis sind drei verschiedene Leistungen zu drei Preisen — vergleichbar wird das nie. Die Arbeit liegt vorne.
Erst das Mengengerüst
Vor jeder Position steht die Fläche, und zwar getrennt nach Typ: Rasen, Strauchfläche, Staudenfläche, Hecke in laufenden Metern, Bäume in Stück, befestigte Fläche. Ein Lageplan mit nummerierten Teilflächen ist die Grundlage, auf die sich später jede Rückfrage beziehen kann. Ohne ihn diskutiert man Meinungen.
Die Positionen mit Einheit und Frequenz
- Rasenmahd: Fläche in m², Schnitthöhe in cm, maximale Aufwuchshöhe in cm, Schnittgut aufnehmen oder mulchen, Anzahl der Schnitte je Saison als Richtwert. „14-täglich“ ist schlechter als „bei Erreichen von 8 cm, mindestens 14 Schnitte“.
- Gehölzschnitt: getrennt nach Formschnitt (laufende Meter, Anzahl Schnitte) und Rückschnitt in der Ruhezeit (einmalig, mit Höhe und Breite).
- Staudenpflege: Rückschnitt im Frühjahr, Jäten mit definierter Frequenz, Teilung im Turnus.
- Baumkontrolle: Regelkontrolle je Baum, Anzahl der Durchgänge im Jahr, Dokumentation. Gehört in jedes Objekt mit Baumbestand.
- Laubbeseitigung: Fläche, Zeitraum, Anzahl der Durchgänge. Der Posten, der am häufigsten fehlt und am häufigsten nachverhandelt wird.
- Wegereinigung und Fugenpflege: mit dem Hinweis, dass auf befestigten Flächen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen.
- Bewässerung: wer, wann, woher das Wasser kommt, und wer die Anlage im Herbst entleert.
- Winterdienst: meist eigenes Los, mindestens aber eigene Positionen mit Flächen, Zeiten und Streumittel.
- Entsorgung: in jeder Position ausdrücklich enthalten oder ausdrücklich nicht. Diese eine Zeile erspart die meisten Nachträge.
Was sonst noch hineingehört
Ansprechpartner und Reaktionszeit für Störungen. Ein Nachweis der Betriebshaftpflicht mit Deckungssumme. Die Qualifikation der eingesetzten Kräfte, insbesondere für Baumarbeiten und für den Umgang mit Maschinen. Nachweise nach Mindestlohngesetz, wenn der Auftraggeber ein Unternehmen ist. Und ein Regelwerk für Dokumentation: Einsatzberichte mit Datum, Teilfläche und Leistung.
Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist gehören ebenfalls hinein. Grünpflege entwickelt sich über Jahre — ein Einjahresvertrag mit kurzer Frist wirkt flexibel, verhindert aber, dass ein Betrieb in den Bestand investiert.
Preisbildung und Vergleich
Objektpflege liegt bei uns bei 0,80 bis 2,40 € je m² Grünfläche plus 600 bis 2.000 € Grundbetrag, Winterdienst bei 4 bis 11 € je m² Räumfläche plus 150 bis 450 €. Die Spanne erklärt sich fast vollständig über Frequenz, Pflegeintensität und Erreichbarkeit der Flächen.
Vergleiche nicht die Endsumme, sondern die Einheitspreise je Position. Ein Angebot, das billig wirkt, hat oft weniger Schnitte oder keine Entsorgung. Wie sich drei Angebote strukturiert gegenüberstellen lassen, steht unter Angebote vergleichen.
