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Grünflächen24

Ratgeber · 7 Min.

Grünpflege ausschreiben — das Leistungsverzeichnis für Objekte

Wer Grünflächen im Objekt vergibt und nur „Pflege nach Bedarf“ ausschreibt, bekommt Angebote, die sich nicht vergleichen lassen. Welche Positionen mit welcher Einheit ins Leistungsverzeichnis gehören.
Mitarbeiter mäht mit einem Aufsitzmäher die Rasenfläche vor einem Bürogebäude.
Symbolbild, kein Referenzobjekt.
Beitrag

Der häufigste Fehler bei der Vergabe von Grünpflege ist nicht der falsche Betrieb, sondern die falsche Ausschreibung. Drei Angebote auf ein unscharfes Leistungsverzeichnis sind drei verschiedene Leistungen zu drei Preisen — vergleichbar wird das nie. Die Arbeit liegt vorne.

Erst das Mengengerüst

Vor jeder Position steht die Fläche, und zwar getrennt nach Typ: Rasen, Strauchfläche, Staudenfläche, Hecke in laufenden Metern, Bäume in Stück, befestigte Fläche. Ein Lageplan mit nummerierten Teilflächen ist die Grundlage, auf die sich später jede Rückfrage beziehen kann. Ohne ihn diskutiert man Meinungen.

Die Positionen mit Einheit und Frequenz

  • Rasenmahd: Fläche in m², Schnitthöhe in cm, maximale Aufwuchshöhe in cm, Schnittgut aufnehmen oder mulchen, Anzahl der Schnitte je Saison als Richtwert. „14-täglich“ ist schlechter als „bei Erreichen von 8 cm, mindestens 14 Schnitte“.
  • Gehölzschnitt: getrennt nach Formschnitt (laufende Meter, Anzahl Schnitte) und Rückschnitt in der Ruhezeit (einmalig, mit Höhe und Breite).
  • Staudenpflege: Rückschnitt im Frühjahr, Jäten mit definierter Frequenz, Teilung im Turnus.
  • Baumkontrolle: Regelkontrolle je Baum, Anzahl der Durchgänge im Jahr, Dokumentation. Gehört in jedes Objekt mit Baumbestand.
  • Laubbeseitigung: Fläche, Zeitraum, Anzahl der Durchgänge. Der Posten, der am häufigsten fehlt und am häufigsten nachverhandelt wird.
  • Wegereinigung und Fugenpflege: mit dem Hinweis, dass auf befestigten Flächen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen.
  • Bewässerung: wer, wann, woher das Wasser kommt, und wer die Anlage im Herbst entleert.
  • Winterdienst: meist eigenes Los, mindestens aber eigene Positionen mit Flächen, Zeiten und Streumittel.
  • Entsorgung: in jeder Position ausdrücklich enthalten oder ausdrücklich nicht. Diese eine Zeile erspart die meisten Nachträge.

Was sonst noch hineingehört

Ansprechpartner und Reaktionszeit für Störungen. Ein Nachweis der Betriebshaftpflicht mit Deckungssumme. Die Qualifikation der eingesetzten Kräfte, insbesondere für Baumarbeiten und für den Umgang mit Maschinen. Nachweise nach Mindestlohngesetz, wenn der Auftraggeber ein Unternehmen ist. Und ein Regelwerk für Dokumentation: Einsatzberichte mit Datum, Teilfläche und Leistung.

Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist gehören ebenfalls hinein. Grünpflege entwickelt sich über Jahre — ein Einjahresvertrag mit kurzer Frist wirkt flexibel, verhindert aber, dass ein Betrieb in den Bestand investiert.

Preisbildung und Vergleich

Objektpflege liegt bei uns bei 0,80 bis 2,40 € je m² Grünfläche plus 600 bis 2.000 € Grundbetrag, Winterdienst bei 4 bis 11 € je m² Räumfläche plus 150 bis 450 €. Die Spanne erklärt sich fast vollständig über Frequenz, Pflegeintensität und Erreichbarkeit der Flächen.

Vergleiche nicht die Endsumme, sondern die Einheitspreise je Position. Ein Angebot, das billig wirkt, hat oft weniger Schnitte oder keine Entsorgung. Wie sich drei Angebote strukturiert gegenüberstellen lassen, steht unter Angebote vergleichen.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele Rasenschnitte sind im Jahr üblich?

Je nach Lage und Anspruch 12 bis 20. Belastbarer als eine feste Zahl ist eine Regel: schneiden bei Erreichen einer definierten Aufwuchshöhe, mit einer Mindestanzahl als Kalkulationsgrundlage.

Gehört die Baumkontrolle in den Pflegevertrag?

In jedem Objekt mit Baumbestand ja. Die Verkehrssicherungspflicht bleibt beim Eigentümer, aber die dokumentierte Regelkontrolle ist der Nachweis, dass ihr nachgekommen wurde.

Warum sind Angebote für Grünpflege so unterschiedlich?

Fast immer wegen unterschiedlicher Leistungsannahmen: Anzahl der Schnitte, Entsorgung enthalten oder nicht, Laub ja oder nein. Vergleichbar werden sie erst über ein Leistungsverzeichnis mit Einheiten und Frequenzen.

Zum Nachlesen

Vom Wissen zum Angebot

Dieser Beitrag gehört zu Objektpflege, Gartenpflege, Winterdienst. Wenn du nach dem Lesen weißt, was zu tun ist, aber nicht, was es kostet: Für jedes Gewerk gibt es einen Kostenrechner, der aus Menge und Erschwernissen eine Spanne ableitet. Sie ist eine Orientierung, kein Angebot — dafür braucht es jemanden, der die Fläche gesehen hat.

Eine Anfrage geht an höchstens drei Fachbetriebe, die das Gewerk anbieten und dein Gebiet tatsächlich bedienen. Deine Kontaktdaten sieht ein Betrieb erst, wenn er die Anfrage angenommen hat. Wir sind nicht Vertragspartner der Leistung und nehmen keine Provision auf deinen Auftrag.

Selbst machen oder machen lassen?

Die Grenze verläuft nicht am Können, sondern am Risiko. Hecke schneiden, Beete pflegen, Rasen mähen — das ist Arbeit, die man sich zutrauen kann und bei der ein Fehler nachwächst. Alles, wobei etwas Schweres fällt oder trägt, ist eine andere Kategorie: Arbeiten in der Baumkrone, Fällungen in der Nähe von Gebäuden, Unterbau für befahrbare Flächen, Grabungen an Leitungen.

Dort ist der Fachbetrieb nicht nur schneller, sondern versichert. Wenn beim Fällen etwas auf ein Dach fällt, entscheidet die Betriebshaftpflicht darüber, wer den Schaden trägt. Bei Eigenleistung trägt ihn die eigene Privathaftpflicht — sofern sie das überhaupt abdeckt, was bei genau diesen Arbeiten häufig nicht der Fall ist.

Die ehrliche Rechnung sieht deshalb anders aus als der Vergleich von Stundensatz und Baumarktmiete. Sie enthält den Fall, in dem etwas schiefgeht.