Zum Inhalt springen
Kostenlos & unverbindlich
Grünflächen24

Ratgeber · 5 Min.

Drei Angebote, drei Preise: so vergleichst du richtig

Das günstigste Angebot ist selten das billigste. Eine Anleitung, wie man Positionen vergleichbar macht, bevor man sich entscheidet.
Zwei Landschaftsgärtner legen ein neues Beet an, daneben eine Schubkarre mit Mutterboden und frisch gesetzte Sträucher.
Symbolbild, kein Referenzobjekt.
Beitrag

Wenn drei Betriebe dasselbe Projekt ansehen und sich die Endsummen um 40 Prozent unterscheiden, liegt der Unterschied fast nie in der Marge. Er liegt in dem, was jeweils drinsteht — und das lässt sich in einer halben Stunde prüfen.

Erst gleiche Grundlage schaffen

Der häufigste Fehler passiert vor dem Angebot: Jeder Betrieb bekommt eine leicht andere Aufgabe beschrieben und kalkuliert entsprechend etwas anderes. Wer vergleichbare Angebote will, gibt allen dieselbe schriftliche Grundlage — Fläche, Zustand, gewünschte Leistungen, Termin, und was ausdrücklich nicht dazugehört.

Die Prüfliste

Sind Mengen und Einheiten angegeben? „Pflasterarbeiten pauschal 12.400 €“ ist keine Kalkulation, sondern eine Zahl. Vergleichbar wird es erst mit m², lfm, Stück und Einheitspreisen.

Ist die Entsorgung enthalten? Aushub, Schnittgut, alter Belag. Bei größeren Projekten der zweitgrößte Posten und der, der am häufigsten fehlt.

Sind An- und Abfahrt, Rüstzeit und Gerätemiete drin? Besonders bei Kran, Hubsteiger und Bagger.

Steht ein Termin drin? Ein Angebot ohne Ausführungszeitraum ist eine Absichtserklärung. Bei Betrieben, die drei Monate ausgebucht sind, gehört das Startdatum verbindlich ins Papier.

Gewährleistung und Versicherung? Fünf Jahre bei Bauleistungen nach BGB, zwei bei Pflanzarbeiten sind üblich. Die Deckungssumme der Betriebshaftpflicht sollte im Angebot stehen — bei Baum- und Erdarbeiten ist das keine Formalie.

Wie sind die Zahlungsbedingungen? Abschlagszahlungen nach Baufortschritt sind normal. Vollständige Vorkasse ist es nicht.

Die zwei Fragen, die am meisten verraten

Ruf jeden Betrieb an und stell zwei Fragen: Was ist in Ihrem Angebot nicht enthalten? und Was könnte bei diesem Projekt teurer werden, als Sie kalkuliert haben?

Die erste Frage bringt die Lücken ans Licht. Die zweite trennt Erfahrung von Optimismus — wer ein Projekt wirklich durchdacht hat, kennt seine Risiken und benennt sie. Wer sagt „Da kann nichts kommen“, hat entweder nicht hingesehen oder sagt es nicht.

Wann das günstigste Angebot richtig ist

Öfter, als man denkt. Wenn alle drei Angebote dieselben Positionen mit denselben Mengen enthalten und ein Betrieb ist günstiger, dann ist er günstiger — weil er näher wohnt, weil eine Maschine gerade frei ist, weil er die Auslastung braucht. Der Preisunterschied ist erst dann ein Warnsignal, wenn er sich nicht aus den Positionen erklären lässt.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele Angebote sollte ich einholen?

Drei. Bei zwei fehlt der Vergleichsmaßstab, ab vier wird der Aufwand für alle Beteiligten größer als der Nutzen — und gute Betriebe schreiben ungern Angebote in Runden, die sie für aussichtslos halten.

Darf ich Angebote gegeneinander ausspielen?

Nachverhandeln ist üblich und legitim. Wer ein Konkurrenzangebot als Druckmittel weiterreicht, verliert allerdings schnell die Betriebe, die volle Auftragsbücher haben — und das sind meist die, die man haben will.

Zum Nachlesen

Vom Wissen zum Angebot

Dieser Beitrag gehört zu Gartengestaltung, Pflasterarbeiten, Baumfällung, Rollrasen, Begrünung. Wenn du nach dem Lesen weißt, was zu tun ist, aber nicht, was es kostet: Für jedes Gewerk gibt es einen Kostenrechner, der aus Menge und Erschwernissen eine Spanne ableitet. Sie ist eine Orientierung, kein Angebot — dafür braucht es jemanden, der die Fläche gesehen hat.

Eine Anfrage geht an höchstens drei Fachbetriebe, die das Gewerk anbieten und dein Gebiet tatsächlich bedienen. Deine Kontaktdaten sieht ein Betrieb erst, wenn er die Anfrage angenommen hat. Wir sind nicht Vertragspartner der Leistung und nehmen keine Provision auf deinen Auftrag.

Selbst machen oder machen lassen?

Die Grenze verläuft nicht am Können, sondern am Risiko. Hecke schneiden, Beete pflegen, Rasen mähen — das ist Arbeit, die man sich zutrauen kann und bei der ein Fehler nachwächst. Alles, wobei etwas Schweres fällt oder trägt, ist eine andere Kategorie: Arbeiten in der Baumkrone, Fällungen in der Nähe von Gebäuden, Unterbau für befahrbare Flächen, Grabungen an Leitungen.

Dort ist der Fachbetrieb nicht nur schneller, sondern versichert. Wenn beim Fällen etwas auf ein Dach fällt, entscheidet die Betriebshaftpflicht darüber, wer den Schaden trägt. Bei Eigenleistung trägt ihn die eigene Privathaftpflicht — sofern sie das überhaupt abdeckt, was bei genau diesen Arbeiten häufig nicht der Fall ist.

Die ehrliche Rechnung sieht deshalb anders aus als der Vergleich von Stundensatz und Baumarktmiete. Sie enthält den Fall, in dem etwas schiefgeht.