Die Regel steht in § 39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes und ist kürzer, als man denkt: Vom 1. März bis zum 30. September dürfen Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden.
Was trotzdem erlaubt bleibt
Der Gesetzestext nimmt schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen ausdrücklich aus. Das ist der Grund, warum der klassische Junitermin nach dem Johannistag völlig legal ist: Ein Formschnitt, der den diesjährigen Zuwachs zurücknimmt und die Struktur der Hecke unangetastet lässt, fällt nicht unter das Verbot.
Die Grenze verläuft also nicht am Datum, sondern an der Eingriffstiefe. Faustregel: Wenn nach dem Schnitt noch dieselbe Hecke dasteht, nur ordentlicher, war es ein Formschnitt. Wenn sie danach halb so hoch ist, war es keiner.
Und immer gilt: erst schauen
Auch ein erlaubter Formschnitt darf keine besetzten Nester zerstören. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG greift unabhängig vom Kalender. Bevor die Heckenschere angeht, gehört ein Blick ins Innere der Hecke — bei dichten Thujen und Liguster lohnt sich die Taschenlampe.
Findest du ein besetztes Nest, ist der Abschnitt tabu, bis die Jungen ausgeflogen sind. Der Rest der Hecke darf geschnitten werden.
Die praktischen Termine
- Ende Februar: letzter Termin für den starken Rückschnitt. Wer die Hecke wirklich kleiner haben will, muss jetzt handeln.
- Ende Juni: Formschnitt nach dem ersten Austrieb. Der Standardtermin für gepflegte Hecken.
- Ende August: zweiter Formschnitt, damit die Hecke ordentlich in den Winter geht. Danach nicht mehr — die Schnittstellen müssen vor dem Frost abtrocknen.
- Ab 1. Oktober: alles wieder erlaubt, auch das Auf-den-Stock-Setzen.
Was ein Verstoß kostet
Das ist Ländersache und deshalb sehr unterschiedlich. Die Bußgeldkataloge reichen je nach Bundesland bis in den fünfstelligen Bereich; in der Praxis werden bei Privatgärten meist einige hundert bis wenige tausend Euro verhängt. Deutlich teurer wird es, wenn dabei nachweislich ein besetztes Nest zerstört wurde.
Hecke schneiden lassen: was kostet das?
Wer die Hecke schneiden lassen will, bekommt selten einen Quadratmeterpreis genannt — und das hat einen Grund. Abgerechnet wird über die zu schneidende Fläche, und die ergibt sich aus Heckenlänge mal Höhe mal Zahl der Seiten. Eine freistehende Hecke hat drei Schnittflächen, eine an der Mauer nur zwei. Das allein macht bei gleicher Länge ein Drittel Unterschied.
Die zweite Größe ist die Höhe. Alles, was über Schulterhöhe hinausgeht, braucht Leiter oder Hebebühne und damit eine zweite Person zur Sicherung — der Sprung im Preis liegt nicht beim Schnitt, sondern bei der Arbeitssicherheit. Die dritte ist die Entsorgung: Schnittgut aus einem Formschnitt passt in den Anhänger, das einer auf den Stock gesetzten Hecke nicht.
Deshalb sind zwei Angebote nur dann vergleichbar, wenn in beiden dieselbe Fläche, dieselbe Zielhöhe und dieselbe Entsorgungsregelung stehen. „Hecke schneiden, 20 Meter“ ist keine Leistungsbeschreibung. „20 m Hainbuche, dreiseitig, auf 1,80 m Höhe und 60 cm Breite zurücknehmen, Schnittgut abfahren“ ist eine — und an ihr entscheidet sich später, ob die Arbeit erfüllt ist.
Einen eigenen Rahmen für das konkrete Vorhaben liefert der Kostenrechner für Heckenschnitt; er rechnet über genau diese Größen.
