Rollrasen ist ein lebendes Produkt mit einer Haltbarkeit von etwa 24 Stunden ab Ernte. Was in dieser Zeit und in den zwei Wochen danach passiert, entscheidet über das Ergebnis — nicht die Sortenwahl und nicht der Quadratmeterpreis.
Vorher: der Untergrund
Etwa zwei Drittel der Kosten einer Rollrasenfläche stecken in der Bodenvorbereitung. Was dazugehört:
- Alte Grasnarbe abtragen und entsorgen
- Boden lockern, bei Verdichtung tiefgründig
- Bodenverbesserung einarbeiten — auf Sand organisch, auf Lehm mit Sand
- Feinplanum herstellen und abwalzen
- Startdünger flächig einarbeiten
Wer diese Schritte überspringt, bekommt eine Fläche, die im ersten Jahr gut aussieht und ab dem zweiten fleckig wird. Ein Angebot, das nur „Rollrasen verlegen" ausweist, sollte man nach diesen Positionen fragen.
Am Verlegetag
Die Bahnen kommen im Verband, also versetzt wie ein Mauerwerk, dicht gestoßen und ohne Überlappung. Ränder werden mit dem Messer angepasst, nicht gestaucht. Direkt nach dem Verlegen wird gewalzt, damit die Grasnarbe Bodenkontakt bekommt — ohne den wächst nichts an.
Und dann wird gewässert. Sofort, nicht am Abend.
Die ersten zwei Wochen
Das ist der Punkt, an dem die meisten Flächen verloren gehen. Rollrasen braucht in den ersten zwei Wochen täglich 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter. Für 150 m² sind das rund 2.500 Liter am Tag. Mit einem Rasensprenger dauert das je nach Durchfluss ein bis zwei Stunden.
Der typische Fehler ist nicht zu seltenes Gießen, sondern zu kurzes: Zehn Minuten Beregnung befeuchten die Grasnarbe, erreichen aber den Boden darunter nicht. Die Wurzeln wachsen dann nicht nach unten, und beim ersten heißen Tag ohne Wasser ist die Fläche hin.
Prüfen kann man das mit dem Spaten: Nach dem Wässern eine Ecke anheben. Ist der Boden unter der Bahn nur oberflächlich feucht, war es zu wenig.
Der Zeitplan danach
- Tag 1 – 14: täglich durchdringend wässern, Fläche nicht betreten
- Ab Tag 10 – 14: erster Schnitt, wenn die Halme etwa 8 cm erreicht haben — nie mehr als ein Drittel abnehmen
- Woche 3 – 4: Wassergaben reduzieren, dafür seltener und tiefer
- Nach 4 – 6 Wochen: normal belastbar, Kinder und Hunde dürfen drauf
- Nach 6 Wochen: erste Nachdüngung
Wann man besser ansät
Ansaat kostet etwa ein Drittel, braucht dafür acht bis zwölf Wochen bis zur Belastbarkeit und verzeiht Fehler beim Wässern noch schlechter. Sie lohnt sich bei großen Flächen ohne Termindruck und wenn im ersten Sommer ohnehin niemand die Fläche nutzt. Sobald ein fester Termin im Spiel ist — Einzug, Gartenfest, Kinder — rechnet sich der Aufpreis für Rollrasen fast immer.