Pflaster ist das Gewerk mit der größten Angebotsspreizung im Garten- und Landschaftsbau. Das liegt daran, dass der teuerste Teil der Arbeit unsichtbar ist. Wer nur auf die Steine schaut, vergleicht die falsche Hälfte.
Der Aufbau ist das Angebot
Unter jedem Belag liegen drei Schichten: Frostschutzschicht, Tragschicht und Bettung. Ihre Dicke richtet sich nach der geplanten Belastung und ist in den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO) geregelt. Als Orientierung:
- Gehweg oder Terrasse: etwa 20 – 30 cm Gesamtaufbau
- PKW-Einfahrt: etwa 40 – 50 cm
- LKW- oder Lieferverkehr: 60 cm und mehr
Ein Angebot, das die Aufbaustärke nicht nennt, ist kein vergleichbares Angebot. Die Frage „Wie viele Zentimeter Frostschutz und Tragschicht kalkulieren Sie?" trennt in einem Satz die seriösen von den optimistischen Kalkulationen.
Was noch ins Angebot gehört
Entsorgung des Aushubs. Bei 50 m² Einfahrt und 45 cm Aufbau sind das über 20 Tonnen Material. Der Posten ist real und gehört ausgewiesen — nicht als Überraschung auf die Schlussrechnung.
Randeinfassung. Ohne Bordstein oder Betonrückenstütze wandert das Pflaster nach außen und die Fugen öffnen sich. Das ist kein Extra, das ist Bestandteil.
Gefälle und Entwässerung. Zwei Prozent Gefälle vom Haus weg sind Standard. Wo das Wasser hin soll, muss im Angebot stehen — Rinne, Sickerschacht oder Anschluss an den vorhandenen Ablauf.
Höhenanschlüsse. An Türschwellen, Garagentoren und dem Gehweg muss der neue Belag auf eine definierte Höhe kommen. Wenn das im Angebot fehlt, wird es auf der Baustelle improvisiert.
Versickerung: erst fragen, dann bestellen
Viele Kommunen koppeln die Niederschlagswassergebühr an den Versiegelungsgrad und schreiben für neue Flächen eine versickerungsfähige Bauweise vor. Rasenfugenpflaster, Sickerfugen oder Drainbeton kosten etwas mehr in der Herstellung und senken die laufende Gebühr dauerhaft. Ein Anruf beim Tiefbauamt vor der Materialwahl kann über Jahre mehr sparen als der Rabatt beim Steinpreis.
Die Fragen für den Ortstermin
- Welche Aufbaustärke kalkulieren Sie, und nach welcher Belastungsklasse?
- Ist die Entsorgung des Aushubs im Preis, und mit welcher Tonnage rechnen Sie?
- Wie ist die Randeinfassung ausgeführt?
- Welches Gefälle, und wohin läuft das Wasser?
- Wie lange ist die Gewährleistung, und was ist bei Setzungen abgedeckt?