Zum Inhalt springen
Kostenlos & unverbindlich
Grünflächen24

Ratgeber · 7 Min.

Was eine Baumfällung kostet — und warum die Spanne so groß ist

Zwischen 250 und 2.500 € für scheinbar denselben Baum: Der Preis hängt fast ausschließlich daran, ob der Baum frei fallen kann. Eine Aufschlüsselung nach Posten.
Baumpfleger in Seilklettertechnik sägt einen starken Ast aus der Krone eines kahlen Laubbaums über einem Wohnhaus.
Symbolbild, kein Referenzobjekt.
Beitrag

Wenn drei Betriebe denselben Baum ansehen und 400, 900 und 1.600 € aufrufen, liegt das selten an der Gewinnmarge. Es liegt daran, dass sie unterschiedliche Verfahren kalkulieren — und oft daran, dass unterschiedlich viel im Preis enthalten ist.

Die drei Verfahren

Wurffällung. Der Baum wird am Stammfuß geschnitten und fällt in einem Stück in eine vorher festgelegte Richtung. Das ist mit Abstand die günstigste Variante — eine halbe Stunde Arbeit für einen mittleren Baum. Voraussetzung ist eine freie Fallzone, die mindestens so lang ist wie der Baum hoch.

Abtragen in Teilstücken. Der Kletterer arbeitet sich von oben nach unten vor und lässt einzelne Stücke kontrolliert ab. Das ist der Normalfall in bebauten Gebieten und kostet ungefähr das Zwei- bis Dreifache der Wurffällung, weil es ein Vielfaches an Zeit braucht.

Mit Kran oder Hubsteiger. Wenn auch Klettern nicht geht oder die Stücke nirgendwo hinfallen dürfen, kommt ein Kran. Die Maschine allein kostet 600 bis 1.200 € Tagesmiete — dieser Posten dominiert dann das Angebot.

Realistische Spannen

  • Bis 5 m Höhe, frei stehend: 150 – 350 €
  • 8 – 12 m, frei stehend: 250 – 600 €
  • 8 – 12 m, beengt, abgetragen: 600 – 1.400 €
  • Über 15 m, beengt: 1.200 – 3.000 €
  • Mit Kraneinsatz: Aufschlag 600 – 1.500 €

Die Posten, die gern übersehen werden

Wurzelstock. Fräsen kostet je nach Durchmesser 80 – 250 € pro Stock, komplettes Roden mit Bagger deutlich mehr. Wenn im Angebot nichts dazu steht, bleibt der Stumpf stehen.

Entsorgung. Ein zwölf Meter hoher Laubbaum ergibt drei bis fünf Kubikmeter Häckselgut. Abtransport und Entsorgung liegen bei 100 – 300 €. Wer das Holz als Brennholz behalten will, spart diesen Posten — muss es dann aber selbst spalten und lagern.

Genehmigung. Amtsgebühr 25 – 150 €, dazu gegebenenfalls die Ersatzpflanzung. Manche Betriebe rechnen den Antrag als Aufwand mit, andere übernehmen ihn kostenlos.

Absperrung. Wenn für die Fällung der Gehweg oder eine Fahrspur gesperrt werden muss, braucht es eine verkehrsrechtliche Anordnung und eine Absicherung. In Innenstadtlagen ist das ein realer Posten von 200 – 600 €.

Wo man sparen kann — und wo nicht

Sinnvoll sparen lässt sich beim Holz: Behalte es als Brennholz, dann entfällt der Abtransport. Auch beim Termin — im Oktober und November ist die Nachfrage am höchsten, im Januar und Februar sind viele Betriebe froh über Arbeit.

Nicht sparen sollte man bei der Betriebshaftpflicht. Frag nach der Deckungssumme und lass sie dir im Angebot ausweisen. Wenn ein Baum ins Dach fällt, entscheidet diese Zahl darüber, wer den Schaden trägt. Seriöse Betriebe haben mindestens drei Millionen Euro und nennen die Summe ungefragt.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Warum ist das günstigste Angebot manchmal doppelt so günstig?

Meist weil es weniger enthält: kein Stubbenfräsen, keine Entsorgung, keine Absperrung. Vergleiche die Positionen, nicht die Endsumme.

Kann ich den Baum selbst fällen?

Rechtlich bei nicht geschützten Bäumen im Zeitfenster ja. Praktisch ist das ab etwa fünf Metern Höhe eine ernsthafte Gefahr — und deine private Haftpflicht deckt Schäden aus Fällarbeiten in der Regel nicht.

Zum Nachlesen

Vom Wissen zum Angebot

Dieser Beitrag gehört zu Baumfällung. Wenn du nach dem Lesen weißt, was zu tun ist, aber nicht, was es kostet: Für jedes Gewerk gibt es einen Kostenrechner, der aus Menge und Erschwernissen eine Spanne ableitet. Sie ist eine Orientierung, kein Angebot — dafür braucht es jemanden, der die Fläche gesehen hat.

Eine Anfrage geht an höchstens drei Fachbetriebe, die das Gewerk anbieten und dein Gebiet tatsächlich bedienen. Deine Kontaktdaten sieht ein Betrieb erst, wenn er die Anfrage angenommen hat. Wir sind nicht Vertragspartner der Leistung und nehmen keine Provision auf deinen Auftrag.

Selbst machen oder machen lassen?

Die Grenze verläuft nicht am Können, sondern am Risiko. Hecke schneiden, Beete pflegen, Rasen mähen — das ist Arbeit, die man sich zutrauen kann und bei der ein Fehler nachwächst. Alles, wobei etwas Schweres fällt oder trägt, ist eine andere Kategorie: Arbeiten in der Baumkrone, Fällungen in der Nähe von Gebäuden, Unterbau für befahrbare Flächen, Grabungen an Leitungen.

Dort ist der Fachbetrieb nicht nur schneller, sondern versichert. Wenn beim Fällen etwas auf ein Dach fällt, entscheidet die Betriebshaftpflicht darüber, wer den Schaden trägt. Bei Eigenleistung trägt ihn die eigene Privathaftpflicht — sofern sie das überhaupt abdeckt, was bei genau diesen Arbeiten häufig nicht der Fall ist.

Die ehrliche Rechnung sieht deshalb anders aus als der Vergleich von Stundensatz und Baumarktmiete. Sie enthält den Fall, in dem etwas schiefgeht.