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Ratgeber · 7 Min.

Was eine Baumfällung kostet — und warum die Spanne so groß ist

Zwischen 250 und 2.500 € für scheinbar denselben Baum: Der Preis hängt fast ausschließlich daran, ob der Baum frei fallen kann. Eine Aufschlüsselung nach Posten.
Beitrag

Wenn drei Betriebe denselben Baum ansehen und 400, 900 und 1.600 € aufrufen, liegt das selten an der Gewinnmarge. Es liegt daran, dass sie unterschiedliche Verfahren kalkulieren — und oft daran, dass unterschiedlich viel im Preis enthalten ist.

Die drei Verfahren

Wurffällung. Der Baum wird am Stammfuß geschnitten und fällt in einem Stück in eine vorher festgelegte Richtung. Das ist mit Abstand die günstigste Variante — eine halbe Stunde Arbeit für einen mittleren Baum. Voraussetzung ist eine freie Fallzone, die mindestens so lang ist wie der Baum hoch.

Abtragen in Teilstücken. Der Kletterer arbeitet sich von oben nach unten vor und lässt einzelne Stücke kontrolliert ab. Das ist der Normalfall in bebauten Gebieten und kostet ungefähr das Zwei- bis Dreifache der Wurffällung, weil es ein Vielfaches an Zeit braucht.

Mit Kran oder Hubsteiger. Wenn auch Klettern nicht geht oder die Stücke nirgendwo hinfallen dürfen, kommt ein Kran. Die Maschine allein kostet 600 bis 1.200 € Tagesmiete — dieser Posten dominiert dann das Angebot.

Realistische Spannen

  • Bis 5 m Höhe, frei stehend: 150 – 350 €
  • 8 – 12 m, frei stehend: 250 – 600 €
  • 8 – 12 m, beengt, abgetragen: 600 – 1.400 €
  • Über 15 m, beengt: 1.200 – 3.000 €
  • Mit Kraneinsatz: Aufschlag 600 – 1.500 €

Die Posten, die gern übersehen werden

Wurzelstock. Fräsen kostet je nach Durchmesser 80 – 250 € pro Stock, komplettes Roden mit Bagger deutlich mehr. Wenn im Angebot nichts dazu steht, bleibt der Stumpf stehen.

Entsorgung. Ein zwölf Meter hoher Laubbaum ergibt drei bis fünf Kubikmeter Häckselgut. Abtransport und Entsorgung liegen bei 100 – 300 €. Wer das Holz als Brennholz behalten will, spart diesen Posten — muss es dann aber selbst spalten und lagern.

Genehmigung. Amtsgebühr 25 – 150 €, dazu gegebenenfalls die Ersatzpflanzung. Manche Betriebe rechnen den Antrag als Aufwand mit, andere übernehmen ihn kostenlos.

Absperrung. Wenn für die Fällung der Gehweg oder eine Fahrspur gesperrt werden muss, braucht es eine verkehrsrechtliche Anordnung und eine Absicherung. In Innenstadtlagen ist das ein realer Posten von 200 – 600 €.

Wo man sparen kann — und wo nicht

Sinnvoll sparen lässt sich beim Holz: Behalte es als Brennholz, dann entfällt der Abtransport. Auch beim Termin — im Oktober und November ist die Nachfrage am höchsten, im Januar und Februar sind viele Betriebe froh über Arbeit.

Nicht sparen sollte man bei der Betriebshaftpflicht. Frag nach der Deckungssumme und lass sie dir im Angebot ausweisen. Wenn ein Baum ins Dach fällt, entscheidet diese Zahl darüber, wer den Schaden trägt. Seriöse Betriebe haben mindestens drei Millionen Euro und nennen die Summe ungefragt.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Warum ist das günstigste Angebot manchmal doppelt so günstig?

Meist weil es weniger enthält: kein Stubbenfräsen, keine Entsorgung, keine Absperrung. Vergleiche die Positionen, nicht die Endsumme.

Kann ich den Baum selbst fällen?

Rechtlich bei nicht geschützten Bäumen im Zeitfenster ja. Praktisch ist das ab etwa fünf Metern Höhe eine ernsthafte Gefahr — und deine private Haftpflicht deckt Schäden aus Fällarbeiten in der Regel nicht.